Neujahrsempfang 2015

Der 20. Neujahrsempfang des Stadtfeuerwehrverbandes hat am Donnerstag, 8. Januar, mehr als 500 Menschen aus verschiedensten Bereichen von Wirtschaft über Politik bis hin zum Ehrenamt zusammengeführt.

Im Alten Rathaussaal begrüßten der Vorsitzende Wolfgang Schäuble und sein erster Stellvertreter Rupert Saller zudem erstmals seit 20 Jahren wieder einen Oberbürgermeister.

Dass Oberbürgermeister Dieter Reiter den Weg zum Stadtfeuerwehrverband gefunden hatte, „empfinden wir als große Wertschätzung“, sagte Rupert Saller in seiner Begrüßungsrede. Und die brachte Reiter auch sogleich zum Ausdruck: „Ich sage Danke als Oberbürgermeister und Danke als Mensch für ihren herausragenden Job." Nicht nur, aber auch wegen der Feuerwehr sei München eine Stadt, die einem ein Gefühl der Sicherheit verleihe, sagte Reiter. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das erste gemeinsame Projekt: die Einführung der Katastrophen-Warn-App KATWARN. „Das ist eine gute Sache gewesen“, sagte Reiter. "Ich habe die App auch auf dem Handy. Sie funktioniert nur leider nicht im politischen Bereich.“

Einen Ausblick auf das noch junge Jahr 2015 gaben sowohl Reiter als auch Wolfgang Schäuble, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes. Bei beiden war der G7-Gipfel Thema. Ihr Fazit: Langweilig wird das sicher nicht. Dafür war das Jahr 2014 rückblickend betrachtet eher ruhig – mit vielen kleinen Störungen wie der Serie von kleinen Bränden in U-Bahn-Tunneln oder mehreren Bombenfunden. „Alles hatten wir schnell wieder ins Lot gebracht“, sagte Schäuble. Aber man habe dennoch gemerkt, dass auch kleinere Dinge empfindliche Störungen für eine große Stadt wie München sein können. Der Ebola-Erreger sowie die Flüchtlingsproblematik haben die Feuerwehr 2014 vor neue Herausforderungen gestellt. Viel Arbeit wurde investiert und wieder einmal habe sich gezeigt, dass die Feuerwehr eine gut geölte und geschmierte Maschine ist, sagte Schäuble. Und diese Maschine wird, wenn man Probleme benennt und sie gemeinsam anpackt, auch weiterhin zuverlässig laufen. Für die Sicherheit Münchens. Für diese Sicherheit werden im Jahr 2015 auch die neuen Drehleitern beschafft. Und auch die neue Feuerwache in der Heßstraße soll in diesem Jahr fertig werden.

Schäuble entließ seine Gäste mit dem Jahresrezept von Goethes Mutter in den gemütlichen Teil des Abends: „Man nehme die letzten zwölf Monate des abgelaufenen Jahres, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pendanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht. Es wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt. Dann wird die Masse sehr reichlich mit Liebe übergossen. Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit und mit einer guten, erquickenden Tasse Tee.“

„In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen guten Appetit im Jahr 2015 und ein gutes neues Jahr“, sagte Schäuble.

Ehrungen

Beim Neujahrsempfang ehrt der Stadtfeuerwehrverband Zivilpersonen, Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, die sich um die Gesundheit und das Leben anderer Menschen verdient gemacht haben. Ebenso zeichnet der Vorstand die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr für ihr jahrelanges Engagement im Ehrenamt aus.

Silberne Ehrennadel des Stadtfeuerwehrverbandes

Drei Zivilisten zeichnete Laudator Albert Berger, Kanzler der Technischen Universität München, am Donnerstagabend aus. Sie alle haben beispielhaft fremden Menschen in Not geholfen.

Marianne Prudl
ließ sich am 31. Oktober 2014 nicht davon abbringen, Erste Hilfe zu leisten. Obwohl andere Passanten sie davon abhalten wollten, begann sie mit der Reanimation eines Mannes, der auf einer Rolltreppe bewusstlos zusammengebrochen war. Die Rettungskräfte konnten dank ihrer Hilfe den Patienten am Ende mit eigenem Herzryhtmus ins Krankenhaus liefern. Marianne Prudl handelte mit ihrem direkten Eingreifen genau richtig. Dem verunglückten Mann geht es inzwischen wieder relativ gut, er kann wieder gehen und bekommt demänchst einen Herzschrittmacher.

Mandana Share
hatte am 25. Mai 2014 keine Angst, beherzt zuzugreifen. Im U-Bahnhof Kreillerstraße war ein etwa 40-jähriger Mann gestürzt und auf den Gleisen gelandet. Dabei brach er sich den Unterschenkel und konnte sich nicht mehr alleine von den Gleisen retten. Mandana Share zögerte nicht und half dem Verletzten aus dem Gleisbereich, nur kurz bevor die nächste U-Bahn einfuhr.

Philipp Scabell
ist ein guter Schwimmer. Am 24. Februar setzte der 15-Jährige seinen Sport für eine 45-Jährige ein. Diese trieb in der Isar und näherte sich einer tödlichen Wasserwalze. Philipp Scabell zögerte nicht lange, legte seine Kleidung ab und sprang der Frau hinterher. Er konnte sie ans Ufer bringen und sie im Anschluss an die Rettungskräfte übergeben. Der Einsatzleiter der Feuerwehr war beeindruckt: „"Das war ein mutiger und uneigennütziger Einsatz zur Rettung eines Menschenlebens.“ Auch die Polizei hat Philipp Scabell für seine Tat schon ausgezeichnet.

Goldene Ehrennadel der Berufsfeuerwehr

Peter Bachmeier
von der Berufsfeuerwehr München hat einem Mann im Sommer das Leben gerettet. Als Peter Bachmeier auf seinem Weg zur Arbeit war, bemerkte er an der U-Bahn-Haltestelle Frankfurter Ring einen Mann, der im Gleisbereich lag. Der Mann schlief und war vermutlich alkoholisiert.

Sofort verständigte Peter Bachmeier über die stationäre Notrufsäule die U-Bahn-Leitstelle, damit der Zugverkehr eingestellt wird. Dann sprang er in den Gleisbereich und half dem Mann zurück auf den sicheren Bahnsteig. Hätte Peter Bachmeier den Mann nicht bemerkt oder nicht sofort reagiert, hätte die in ein paar Minuten eintreffende U-Bahn den Mann wohl überfahren.

Wolfgang Glaser
von der Berufsfeuerwehr München rettete ebenfalls in seiner Freizeit ein Leben und wurde dafür mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Am 15. Juli war Wolfgang Glaser mit seiner Frau auf dem Radweg am Oberföhringer Stauwehr unterwegs. Er sah etwas im Wasser treiben und dann hörte er ein etwa 14-jähriges Mädchen an Land um Hilfe schreien. Ihre 11-jährige Freundin sei in den Isarkanal gefallen und könne nicht schwimmen, sagte die 14-Jährige.

Wolfgang Glaser überlegte nicht lange: Er radelte dem bereits abgetriebenen Mädchen hinter her, zog sich aus und sprang in den Isarkanal. Er konnte das Mädchen erreichen, nur nicht ans Ufer bringen. Da das Betonbett ein Herauskommen aus dem Wasser unmöglich machte.

Ein weiter Passant half: Er zog seinen Gürtel aus der Hose und mit dieser „Hilfsleine“ wurden Mädchen und Retter aus dem Wasser gezogen. Erst nach der Rettungsaktion dachte Wolfgang Glaser an seine neue Hüfte, die er kurz zuvor bekommen hatte. Er hätte sich eigentlich noch schonen sollen.

Silberne Ehrennadel des Stadtfeuerwehrverbandes

Helmut Steck
hat in diesem Jahr die Silberne Ehrennadel des Stadtfeuerwehrverbandes überreicht bekommen. Bei der Versicherungskammer Bayern hat sich Helmut Steck über Jahre im Bereich der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes der Stadt München engagiert. Auch das jährliche Symposium des Stadtfeuerwehrverbandes wäre ohne die Bemühungen von Helmut Steck nicht denkbar. Rupert Saller freute sich daher besonders dem über die Jahre treuen Wegbegleiter des Stadtfeuerwehrverbandes die Ehrennadel zu überreichen.

Staatliches Ehrenzeichen für 40 Jahre Feuerwehrdienst

  • Axel Haase, Freiwillige Feuerwehr München, Kommando
  • Dr. Herbert Knaier, Freiwillige Feuerwehr Perlach
  • Toni Kollmer, Freiwillige Feuerwehr Ludwigsfeld

Staatliches Ehrenzeichen für 25 Jahre Feuerwehrdienst

  • Thomas Obermeier, Freiwillige Feuerwehr Oberföhring
  • Peter Niedermaier, Freiwillige Feuerwehr Riem
  • Martin Kneißl, Freiwillige Feuerwehr Trudering
  • Klaus Schößler, Freiwillige Feuerwehr Solln
  • Jan Niederhausen, Freiwillige Feuerwehr Perlach
  • Marcel Dittmar, Freiwillige Feuerwehr Waldperlach
  • Bernhard Meßmer, Freiwillige Feuerwehr Sendling